London
Juli 2002


Endlich war es soweit. Der lange geplante Mini-SSB-Städte-Trip sollte Kai und mich nach London führen. Beim Flug haben wir diesmal gespart. Unsere Fluggesellschaft hieß Ryanair, der Abflughafen hieß Lübeck. Nach einer kurzen Nacht kamen wir an Lübecks International Airport an. Toll war, das wir das Auto quasi vor dem Gate kostenlos parken konnten. Einfacher geht’s nicht. Dann hieß es freie Platzwahl im Flieger. So was kannte ich bisher auch noch nicht. Gut, auf den Service konnte man bei einer Stunde Flugdauer tatsächlich verzichten.
Das Domizil in London hieß Majestic Hotel. Sehr einfach, aber gut gelegen in der Nähe der U-Bahn-Station Gloucester Road. Außerdem war ein Sainsbury Supermarkt in der Nähe, der und aber offensichtlich nicht mochte. Zumindest war immer genau dann geschlossen, wenn wir einkaufen wollten. Und das bei 24 Stunden Öffnungszeit! Das Zimmer war einfach, aber ok. „Leider“ erwischten wir in London ein ganz und gar unbritisches Wetter. Jeden Tag über 30°C und Sonnenschein. Blöd nur, dass ich bis auf ein T-Shirt nur Pullover und lange Hosen mit hatte. Das Zimmer hatte dementsprechend 28°C nachts. Sowas gibt’s sonst nur am Mittelmeer.
Auf ging’s in die City. Rauf zum Portobello Market. Dieser riesige Flohmarkt bot allerhand Trödel. Rein in die U-Bahn und weiter zur London Bridge. Ein Spaziergang bei herrlichem Wetter an der Themse lang. Auf einer kleinen Bühne spielte eine Live-Band. Mit einem Bier in der Hand feierten wir mit und beobachteten die Leute. Weiter schlenderten wir am London Eye vorbei bis zum Houses of Parliament. Big Ben läutete den frühen Abend ein, bevor wir noch zur Westminster Abbey und zum Trafalgar Square aufbrachen. Die Füße glühten bereits als wir zum Abendessen bei Garfunkel’s einliefen. Das Bier zischte richtig. Mit einem kurzen Abstecher zum nächtlichen Big Ben erreichten wir unser majestätisches Domizil.
Am nächsten Morgen glänzte das Hotel nicht gerade mit einem königlichen Frühstück. Kaffee, Saft, Kellogg’s, Weißbrot und Marmelade – das war’s. Egal, die Queen wartete auf uns. Am Buckingham Palace war um 11.30 Uhr „Changing of the Guards“. Der Platz vor dem Palast war voller Menschen. Wir drehten noch eine Runde durch den St. James Park. An den Kasernen übte gerade die königliche Garde. Die Musik war nur gar nicht englisch, sie spielten Star Trek. Es war genial. Zurück am Palast erlebten wir die Zeremonie des Wachwechsels. Sehr pompös und echt beeindruckend. Am Palace vorbei steuerten wir zum Mittag auf den Hyde Park zu. Siesta unter Bäumen. An Speaker’s Corner hörten wir den neusten Klatsch und Tratsch von durchgeknallten Leuten. Über klein Libanon erreichten wir die legendäre Baker Street. Als Nachbar von Sherlock Holmes besuchten wir Madame Tussauds. Zur Hauptzeit sind 17 Pfund Eintritt natürlich der Hammer! Die Figuren wirken teilweise wie echt, aber einige bedeutende Persönlichkeiten, die ich eigentlich erwartet habe, fehlten aber... Der Regent’s Park war nicht weit und wir erlebten live die Filmaufnahmen einer Hochzeit vor malerischer Kulisse. Am Picadilly Circus genossen wir das Treiben und stöberten noch in den CD Läden. Die Regent’s Street ist der Hammer für Frauen. Shopping bis der Arzt kommt. Zum Abendessen suchten wir einen Chinesen in Chinatown auf. Eigentlich dachten wir, es könnte ein günstiges Essen werden. Weit gefehlt, es summierte sich zu 45 € für zwei Personen. Das Geld schmolz geradezu in unseren Händen. In Soho setzten wir uns noch auf ein Bierchen in einen Straßenpub. Grandios, einfach die Leute zu beobachten und das Nachtleben zu genießen.
Der kommende Tag verschlug uns nach Norden zur Royal Albert Hall. Weiter durch Kensington Gardens zum Wohnsitz von Prince Charles. Eine Tüte als Souvenir ist ein Muss – bei Harrods. Das Kontrastprogramm dazu war der Camden Market. Fast wäre ich noch einer Lederjacke verfallen, aber bei 140 Pfund konnte ich mich gerade noch bremsen. Kulturell kamen Kai und ich abends ganz groß raus. „Fame“ stand auf dem Programm. Das Musical war prima, auch wenn ich etwas mehr Tanz erwartet hätte. Ausklingen ließen wir den Abend am Tower und der Tower Bridge. Ein faszinierender Anblick nachts.
Nach einem üppigen Frühstück fuhren wir zu St. Paul’s Cathedral. Im Börsenviertel schlenderten wir durch die engen Gässchen und beobachteten Banker und Broker in der Mittagspause. Nach dem futuristische Gebäude von Lloyd’s fuhren wir zum Tower.  Die Kronjuwelen und eine Stadt in der Festung beeindruckten. Über die Tower Bridge spazierten wir auf die andere Themse-Seite. Abends musste ich natürlich noch meinen Pin aus dem Hardrock-Café haben. An der Theke nahmen wir uns noch das ein oder andere Bier vor, bevor wir die letzte U-Bahn ins Hotel nahmen.
Vor unserem Flug am letzten Tag besuchten wir das National History Museum und bummelten noch die Regent’s Street auf und ab. Insgesamt war London eine Reise wert. Es ist eine sehr schöne und geschichtsträchtige Stadt. Sehr viel Charme und an jeder Ecke etwas zu gucken. Ich hab’s mal wieder voll genossen. Auch wenn es ein wirklich teures Pflaster ist!

Bahn an der Liverpool St. Big Ben Big Ben nachts
Westminster Abbey Buckingham Palace Doubledecker Bus
Piccadilly Circos S. Paul's Cathedral Harrods
Tower Bridge Tower of London Tower Bridge nachts
Trafalgar Square

Zurück
Zurück